25 août 2026

Langzeitpflege: Warum Zeit der wichtigste Erfolgsfaktor ist

Wer in der Langzeitpflege arbeitet, entscheidet sich bewusst für einen Beruf mit Nähe. Gespräche führen, Vertrauen aufbauen, Bewohnerinnen und Bewohner über lange Zeit begleiten – genau diese Beziehungen machen den Beruf für viele Pflegefachpersonen besonders erfüllend.


Doch genau dieser wichtigste Teil der Arbeit gerät zunehmend unter Druck.

 

Die aktuelle Studie «Puls der Pflegefachkräfte 2025» zeigt deutlich: Pflegefachpersonen verlassen die Langzeitpflege nicht, weil ihnen die Arbeit mit den Menschen keine Freude mehr bereitet. Im Gegenteil. Sie wünschen sich vor allem eines: wieder mehr Zeit für die Menschen, die sie betreuen.


Was die Studie über die Langzeitpflege verrät

Die Langzeitpflege verfügt über eine sehr erfahrene Belegschaft.

Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden arbeitet seit über zehn Jahren im Beruf. Gleichzeitig ist das Durchschnittsalter höher als in vielen anderen Bereichen des Gesundheitswesens. Rund 60 % arbeiten mit einem Pensum von mindestens 80 Prozent.

Auch der Qualifikationsmix ist breit: Fachpersonen Gesundheit (FaGe), diplomierte Pflegefachpersonen und Pflegehelfende arbeiten täglich eng zusammen.

Diese Erfahrung ist eine grosse Stärke – gleichzeitig stellt sie Einrichtungen vor neue Herausforderungen. Denn in den kommenden Jahren werden viele erfahrene Fachkräfte schrittweise aus dem Berufsleben ausscheiden.

 

Das eigentliche Problem ist nicht die Pflege

Die Studie zeigt klar, welche Faktoren Pflegefachpersonen im Alltag am stärksten belasten.

An erster Stelle steht – wie bereits im Akutspital – der Personalmangel.

Wo Personal fehlt, steigt der Druck auf das gesamte Team. Dienste werden intensiver, spontane Einsätze häufen sich und Pausen werden seltener.

Hinzu kommen:

  • das Gefühl einer ungenügenden Entlöhnung

  • hohe psychische Belastung

  • und vor allem: zu wenig Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner

Gerade dieser letzte Punkt trifft den Kern der Langzeitpflege.

 

Wenn für Beziehungen keine Zeit mehr bleibt

Viele Menschen entscheiden sich bewusst für die Altenpflege, weil sie Beziehungen aufbauen möchten.

Sie möchten Bewohnerinnen und Bewohner über Monate oder Jahre begleiten, Angehörige kennenlernen und individuelle Bedürfnisse wahrnehmen.

Wenn der Arbeitsalltag jedoch fast ausschliesslich aus Zeitdruck besteht, geht genau dieser Teil der Arbeit verloren.

Die Studie beschreibt dieses Spannungsfeld eindrücklich:  

Der Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern gehört gleichzeitig zu den grössten Motivationsfaktoren und zu den häufigsten Gründen für Frust.


Mit anderen Worten:

Nicht die Bewohnerinnen und Bewohner treiben Pflegefachpersonen aus dem Beruf – sondern fehlende Zeit für sie.

 

Warum trotzdem viele bleiben

Trotz aller Herausforderungen bleibt die Bindung an die Langzeitpflege erstaunlich hoch.

Die stärksten Gründe dafür sind:

  • ein gutes Team

  • der enge Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern

  • die Sinnhaftigkeit der täglichen Arbeit

Diese Faktoren zeigen, dass Motivation in der Langzeitpflege selten über materielle Aspekte allein entsteht.

Menschen bleiben dort, wo sie Wertschätzung erleben und ihre Arbeit als sinnvoll empfinden.

 

Dennoch sind 41 % offen für einen Wechsel

Die Studie zeigt aber auch:

Rund 41 % der Mitarbeitenden können sich grundsätzlich einen Stellenwechsel vorstellen.

Dabei suchen viele noch gar nicht aktiv nach einer neuen Stelle. Sie wären jedoch offen für eine Veränderung, wenn sich ihre Arbeitsbedingungen verbessern würden.

Das ist eine wichtige Erkenntnis.

Oft braucht es keinen Berufswechsel – sondern einen Arbeitsplatz, der besser zu den eigenen Bedürfnissen passt.

 

Mehr Flexibilität schafft neue Perspektiven

Viele Pflegefachpersonen wünschen sich:

  • mehr Einfluss auf ihren Berufsalltag

  • ein passenderes Arbeitspensum

  • mehr Planbarkeit

  • mehr Zeit für Familie oder Erholung

Temporäre Einsätze können genau diese Möglichkeiten eröffnen

Sie erlauben es, verschiedene Institutionen kennenzulernen, unterschiedliche Arbeitsmodelle auszuprobieren und das Pensum flexibel an die eigene Lebenssituation anzupassen.

Gerade in der Langzeitpflege entscheiden sich deshalb immer mehr Fachpersonen bewusst für flexible Arbeitsformen – nicht weil sie weniger arbeiten möchten, sondern weil sie ihren Beruf langfristig mit Freude ausüben wollen.

 

Jede Karriere ist so individuell wie die Menschen dahinter

Bei Lifejob erleben wir täglich, dass keine zwei Lebenssituationen gleich sind.

Manche Pflegefachpersonen möchten nach einer Familienpause langsam wieder einsteigen.

Andere wünschen sich bewusst ein 60- oder 80-Prozent-Pensum.

Wieder andere suchen neue Herausforderungen oder möchten verschiedene Institutionen kennenlernen, bevor sie sich langfristig entscheiden.

Deshalb beginnt unsere Arbeit nicht mit einem Stelleninserat.

Sie beginnt mit einem Gespräch.


Wir hören zu, verstehen die persönlichen Wünsche und suchen gemeinsam nach einer Lösung, die wirklich zum Menschen passt – sei es eine Festanstellung oder ein temporärer Einsatz.

Denn wir sind überzeugt: Eine gute Vermittlung bedeutet nicht, möglichst schnell eine Stelle zu besetzen. Sie bedeutet, langfristig den richtigen Match zwischen Mensch und Arbeitgeber zu finden.

 

Flexible Mitarbeitende entlasten auch die Teams

Nicht nur Pflegefachpersonen profitieren von flexiblen Arbeitsmodellen.

Auch Alters- und Pflegeheime stehen täglich vor der Herausforderung, kurzfristige Ausfälle zu kompensieren und gleichzeitig eine hohe Betreuungsqualität sicherzustellen.

Erfahrene temporäre Mitarbeitende helfen dabei, Belastungsspitzen aufzufangen, bestehende Teams zu entlasten und den Bewohnerinnen und Bewohnern weiterhin die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.

Gerade dort, wo Zeit zur knappsten Ressource geworden ist, können flexible Personallösungen einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Die Zukunft der Langzeitpflege beginnt heute

Die Langzeitpflege steht vor einem Generationenwechsel.

Viele erfahrene Mitarbeitende werden in den kommenden Jahren pensioniert. Gleichzeitig muss es gelingen, junge Pflegefachpersonen für dieses vielseitige und sinnstiftende Berufsfeld zu begeistern.

Klassische Stelleninserate allein reichen dafür immer seltener aus.

Deshalb gewinnt Social Recruiting zunehmend an Bedeutung. Über soziale Medien lassen sich neue Zielgruppen authentisch erreichen und für die Langzeitpflege begeistern – genau dort, wo sie sich täglich informieren und austauschen.

 

Unser Fazit

Die Studie macht deutlich: Das grösste Problem der Langzeitpflege ist nicht fehlende Motivation.

Pflegefachpersonen möchten ihren Beruf mit Herz ausüben. Sie möchten Zeit für Beziehungen haben, in einem funktionierenden Team arbeiten und ihre Arbeit als sinnvoll erleben.

Flexible Arbeitsmodelle, passende Arbeitspensen und persönliche Begleitung können dazu beitragen, genau diese Voraussetzungen wieder zu schaffen.

Bei Lifejob begleiten wir Pflegefachpersonen auf diesem Weg – persönlich, ehrlich und individuell. Gemeinsam finden wir Einsätze und Arbeitgeber, die zu den beruflichen und privaten Bedürfnissen passen.

Denn wenn Menschen unter den richtigen Bedingungen arbeiten können, profitieren alle davon: die Pflegefachpersonen, die Institutionen und vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner.

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