14 août 2026

Pflegefachkräfte ausbilden – und im Beruf halten

Mehr Pflegefachkräfte ausbilden – und ihnen gute Gründe geben, zu bleiben

In den letzten Wochen sind viele junge Menschen ins Berufsleben gestartet – darunter auch angehende Pflegefachpersonen. Nachwuchs, den das Schweizer Gesundheitswesen dringend braucht. Denn der Bedarf an Pflegefachpersonen in der Schweiz bleibt hoch und dürfte mit der Alterung der Bevölkerung weiter steigen.

Die naheliegende Antwort darauf: mehr Menschen ausbilden.

Doch reicht das?


Die Ausbildungsoffensive läuft


2021 hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Pflegeinitiative angenommen. Ein zentrales Ziel: genügend diplomierte Pflegefachpersonen auszubilden.

Seit Juli 2024 läuft die erste Etappe der Umsetzung. Mit der sogenannten Ausbildungsoffensive unterstützen Bund und Kantone die Ausbildung im Pflegebereich und wollen die Zahl der Abschlüsse an höheren Fachschulen und Fachhochschulen erhöhen.

Ein wichtiger Schritt. Denn die Schweiz kann ihren Bedarf nicht dauerhaft mit Fachkräften aus dem Ausland decken. Auch unsere Nachbarländer kämpfen zunehmend mit demografischem Wandel und Personalmangel.

Mehr Nachwuchs ist deshalb unverzichtbar. Aber wird die Pflegeinitiative bisher konsequent genug umgesetzt?
Und selbst wenn mehr Pflegefachpersonen ausgebildet werden, bleibt eine zweite entscheidende Frage: Was passiert nach der Ausbildung?


Ausbilden ist das eine. Im Beruf bleiben das andere.


Eine zusätzliche ausgebildete Pflegefachperson hilft langfristig nur dann gegen den Fachkräftemangel, wenn sie dem Beruf auch erhalten bleibt.

Und genau hier liegt eine der grossen Herausforderungen.

Pflege ist ein anspruchsvoller Beruf. Unregelmässige Arbeitszeiten, hohe Belastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben können dazu führen, dass Fachpersonen ihr Pensum reduzieren, sich beruflich neu orientieren oder die Pflege ganz verlassen.

Deshalb darf die Diskussion nicht bei der Anzahl Ausbildungsplätze enden.

Es geht auch darum, Arbeitsbedingungen zu schaffen, unter denen Menschen ihren Beruf langfristig gerne ausüben können.


Nicht alle brauchen dasselbe Arbeitsmodell


Aus unserer Arbeit bei Lifejob erleben wir täglich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse von Fachpersonen sind.

Für die eine Person ist eine langfristige Festanstellung genau das Richtige. Eine andere möchte bewusst temporär arbeiten. Jemand möchte nach einer Familienpause wieder einsteigen, das Pensum reduzieren oder verschiedene Institutionen kennenlernen.

Diese unterschiedlichen Bedürfnisse sind keine Schwäche des Arbeitsmarktes. Sie können vielmehr Teil der Lösung sein.

Denn vielleicht geht es künftig weniger darum, Menschen in ein bestimmtes Arbeitsmodell zu bringen – sondern stärker darum, Arbeitsmodelle zu schaffen, die zu unterschiedlichen Lebensphasen passen.

Auch politisch ist die Diskussion noch nicht abgeschlossen

Genau diese Frage beschäftigt derzeit auch die Politik.

Mit der zweiten Etappe der Pflegeinitiative sollen unter anderem die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden. Im April 2026 hat der Nationalrat die entsprechende Vorlage behandelt und angenommen, dabei jedoch verschiedene vom Bundesrat vorgeschlagene Massnahmen abgeschwächt. Als Nächstes befasst sich der Ständerat damit.

Wie die endgültige Lösung aussehen wird, ist also noch offen.

Die Diskussion zeigt aber etwas Grundsätzliches: Beim Fachkräftemangel geht es längst nicht mehr nur um Rekrutierung.

Es geht um Personalbindung.


Der Nachwuchs ist unsere Zukunft. Aber nicht unsere einzige.


Wir brauchen junge Menschen, die sich für einen Pflegeberuf entscheiden. Wir brauchen gute Ausbildungsplätze und Institutionen, die bereit sind, in die nächste Generation zu investieren.

Genauso brauchen wir aber erfahrene Fachpersonen, die bleiben möchten und Menschen, die nach einer Pause zurückkehren.

Und Pflegefachpersonen, die ihren Beruf grundsätzlich gerne ausüben – aber vielleicht ein anderes Pensum, mehr Flexibilität oder ein neues Arbeitsumfeld brauchen.

Die Ausbildungsoffensive ist deshalb ein wichtiger Teil der Antwort auf den Fachkräftemangel.

Die andere Hälfte beginnt danach:

Menschen für die Pflege zu gewinnen ist wichtig. Ihnen gute Gründe zu geben, zu bleiben, genauso. Dies ist das primäre Ziel von Lifejob.

 

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