14 octobre 2026

Mehr Stellen in der Pflege, zu wenige Fachkräfte

Gesundheitswesen wächst stark: Wer besetzt die zusätzlichen Stellen?

Der Fachkräftemangel in der Pflege in der Schweiz bleibt eine der grössten Herausforderungen des Gesundheitswesens. Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen des Bundesamts für Statistik, dass die Branche weiter wächst und Jahr für Jahr neue Arbeitsplätze schafft.

Zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem zweiten Quartal 2026 entstanden im Schweizer Gesundheitswesen 7'115 zusätzliche Vollzeitäquivalente. In den Heimen kamen weitere 5'538 hinzu. Insgesamt entspricht das einem Wachstum von 12'653 Vollzeitstellen innerhalb eines Jahres.

Eine erfreuliche Entwicklung. Gleichzeitig wirft sie eine entscheidende Frage auf:

Wer wird die zusätzlichen Stellen im Gesundheitswesen langfristig besetzen?

Fachkräftemangel in der Pflege verschärft sich trotz Wachstum

Das Wachstum zeigt einmal mehr die zentrale Bedeutung des Gesundheitswesens für den Schweizer Arbeitsmarkt. Mit der demografischen Entwicklung und einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen kontinuierlich.

Doch zusätzliche Stellen benötigen auch zusätzliches Personal.

Genau hier zeigt sich der Fachkräftemangel in der Pflege besonders deutlich. Qualifizierte Pflegefachpersonen werden bereits heute in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie Spitex-Organisationen stark gesucht. Gleichzeitig reduzieren viele Mitarbeitende ihr Pensum oder verlassen den Beruf ganz.

Das Beschäftigungswachstum ist deshalb zwar eine positive Nachricht, erhöht aber gleichzeitig den Druck auf Arbeitgeber bei der Rekrutierung von Pflegepersonal in der Schweiz.

Mehr Pflegefachpersonen ausbilden ist nur ein Teil der Lösung

Mit der Umsetzung der Pflegeinitiative investiert die Schweiz gezielt in die Ausbildung zusätzlicher Pflegefachpersonen. Dieser Schritt ist wichtig und notwendig, um den steigenden Bedarf im Gesundheitswesen langfristig zu decken.

Doch mehr Menschen auszubilden allein wird nicht ausreichen.

Mindestens genauso entscheidend ist die Frage, wie Pflegefachpersonen in der Schweiz langfristig im Beruf gehalten werden können.

Wer gerne in der Pflege arbeitet, braucht Rahmenbedingungen, die dies auch über viele Jahre ermöglichen. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen, verlässliche Einsatzplanung, Wertschätzung sowie die Möglichkeit, Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren.

Wer den Pflege-Fachkräftemangel in der Schweiz nachhaltig entschärfen möchte, muss deshalb nicht nur neue Fachkräfte gewinnen, sondern bestehende Mitarbeitende langfristig binden.

Flexible Arbeitsmodelle gewinnen an Bedeutung

Nicht jede Pflegefachperson möchte oder kann dauerhaft in einem klassischen Vollzeitmodell arbeiten.

Familie, Weiterbildung, persönliche Projekte, Erholung oder der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung führen dazu, dass flexible Arbeitsformen für viele Fachpersonen immer wichtiger werden.

Hier können temporäre Einsätze in der Pflege und flexible Arbeitsmodelle einen wichtigen Beitrag leisten.

Temporärarbeit ist längst mehr als eine kurzfristige Lösung für Personalengpässe. Sie ermöglicht vielen Pflegefachpersonen, weiterhin im Beruf tätig zu bleiben und ihr Arbeitspensum an ihre aktuelle Lebenssituation anzupassen.

Gleichzeitig profitieren Institutionen davon, personelle Engpässe schneller aufzufangen und bestehende Teams zu entlasten.

Flexible Arbeitsmodelle entwickeln sich damit zu einem wichtigen Instrument gegen den Personalmangel im Gesundheitswesen.

Personalgewinnung allein reicht nicht mehr

Für Arbeitgeber im Gesundheitswesen bedeutet das Wachstum vor allem eines: Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende bleibt hoch.

Die entscheidende Frage lautet zunehmend nicht mehr nur:

«Wie finden wir neue Mitarbeitende?»

Sondern auch:

«Was müssen wir bieten, damit gute Mitarbeitende gerne bei uns arbeiten und langfristig im Beruf bleiben?»

Wertschätzung, moderne Führung, attraktive Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Flexibilität werden zu entscheidenden Faktoren bei der Gewinnung und Bindung von Pflegepersonal.

Gerade im Wettbewerb um qualifizierte Pflegefachpersonen in der Schweiz können diese Faktoren den Unterschied machen.

Wachstum braucht Menschen

Die aktuellen Zahlen zeigen eine Branche, die weiterhin Arbeitsplätze schafft und für die Schweiz von grosser Bedeutung ist.

Doch hinter jedem zusätzlichen Vollzeitäquivalent stehen Menschen.

Damit das Wachstum im Gesundheitswesen langfristig funktioniert, braucht es nicht nur mehr Ausbildungsplätze. Es braucht auch Arbeitsbedingungen und Arbeitsmodelle, die dafür sorgen, dass qualifizierte Fachpersonen dauerhaft in ihrem Beruf arbeiten können und möchten.

Genau hier unterstützt Lifejob Gesundheitseinrichtungen in der ganzen Schweiz. Täglich bringen wir Pflegefachpersonen mit Spitälern, Pflegeheimen, Rehabilitationskliniken und weiteren Gesundheitseinrichtungen zusammen. Dabei erleben wir aus erster Hand, wie wichtig flexible Arbeitsmodelle für viele Fachpersonen geworden sind.

Für manche ist eine Festanstellung das passende Modell, für andere bietet die Temporärarbeit die nötige Flexibilität, um langfristig im Pflegeberuf tätig zu bleiben.

Unsere Erfahrung zeigt: Wer Pflegefachpersonen verschiedene Arbeitsmodelle anbietet, erhöht nicht nur seine Chancen bei der Personalgewinnung, sondern stärkt auch die langfristige Mitarbeiterbindung.

Ein Teil der Lösung gegen den Fachkräftemangel in der Pflege in der Schweiz könnte deshalb darin liegen, nicht nur mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, sondern ihnen mehr Möglichkeiten zu bieten, wie sie in der Pflege arbeiten können.

Denn das Gesundheitswesen kann nur weiter wachsen, wenn genügend Menschen bereit sind, diesen wichtigen Beruf langfristig auszuüben.

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