22. Oktober 2026

Fest oder temporär? Die Kostenfrage

Neue ZHAW-Studie zeigt: Flexibilität hat ihren Wert

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Spitäler angekündigt, den Einsatz von Temporärpersonal zu reduzieren. Die Begründung war meist dieselbe: Temporäre Mitarbeitende seien zu teuer.

Eine aktuelle Studie der ZHAW zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild und zeigt, dass die Realität deutlich komplexer ist. Zwar sind Festanstellungen in vielen Fällen wirtschaftlicher, doch moderne Arbeitsmodelle und Flexibilitätsanforderungen können den Kostenvorteil schnell relativieren.

Was kostet Pflegepersonal wirklich? Ein Vergleich zwischen Festanstellung und Temporärarbeit

Die Forschenden verglichen die Vollkosten von Pflegefachkräften in Festanstellung mit den Kosten von temporären Pflegefachkräften. Dabei wurden sämtliche relevanten Faktoren berücksichtigt, darunter Sozialleistungen, Rekrutierung, Weiterbildung, Ferien, Krankheitstage und administrative Aufwände.

Das Resultat: Festangestellte Mitarbeitende verursachen durchschnittlich tiefere Kosten als Temporärpersonal. Allerdings fällt der Unterschied kleiner aus, als oft angenommen wird.

Besonders deutlich wird dies bei Pflegefachpersonen in der mittleren Berufslaufbahn. Hier liegt der Kostenvorteil von Festpersonal zwar weiterhin auf ihrer Seite, bewegt sich jedoch in einem Bereich, der durch andere Faktoren rasch ausgeglichen werden kann.

Wenn Flexibilität im eigenen Haus teuer wird

Spannend wird die Analyse bei modernen Arbeitszeitmodellen. Viele Gesundheitseinrichtungen investieren heute bewusst in attraktivere Arbeitsbedingungen, um bestehende Mitarbeitende zu halten und neue Pflegefachkräfte zu gewinnen:

  • reduzierte Wochenarbeitszeiten

  • Flexibilitätsprämien

  • Zuschläge für kurzfristige Einsätze

  • zusätzliche Benefits zur Mitarbeiterbindung

Genau diese Massnahmen führen dazu, dass die tatsächlichen Kosten von Festangestellten deutlich steigen können. In einzelnen Szenarien liegen sie sogar auf dem Niveau oder über den Kosten von Temporärpersonal.

Die Studie zeigt damit klar: Wer Personalkosten ausschliesslich anhand von Stundenlöhnen oder Agenturtarifen beurteilt, erhält nur einen Teil des Gesamtbildes.

Warum Temporärpersonal bei Personalengpässen weiterhin wichtig bleibt

Die Ergebnisse zeigen: Die Diskussion sollte nicht auf die einfache Frage reduziert werden, ob temporäre oder feste Mitarbeitende günstiger sind.

Vielmehr geht es darum, wie Spitäler, Kliniken und Pflegeeinrichtungen ihre personellen Ressourcen optimal einsetzen:

  • Abdeckung von kurzfristigen Personalengpässen

  • Überbrückung von Rekrutierungsphasen

  • Sicherstellung der Versorgungsqualität bei Ausfällen

  • Entlastung bestehender Teams in Spitzenzeiten

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann Temporärpersonal dabei helfen, die notwendige Flexibilität sicherzustellen und gleichzeitig die Belastung für bestehende Teams zu reduzieren.

Temporärarbeit ist deshalb nicht nur ein Kostenfaktor, sondern vor allem ein Instrument für Flexibilität, Versorgungssicherheit und Betriebskontinuität. 

Erfolgreiche Personalplanung im Gesundheitswesen setzt auf flexible Lösungen 

Aus Sicht von Lifejob zeigt die Studie, dass nachhaltige Personallösungen selten ausschliesslich auf einem einzigen Modell basieren. 

Als Spezialistin für Personalvermittlung im Gesundheitswesen erleben wir täglich, dass erfolgreiche Institutionen auf einen ausgewogenen Mix setzen. 

Erfolgreiche Gesundheitsinstitutionen kombinieren heute:

  • motivierte Festangestellte

  • flexible Temporärkräfte

  • langfristige Personalplanung

  • attraktive Arbeitsbedingungen

Gerade in Zeiten von Personalmangel und steigenden Anforderungen wird die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen reagieren zu können, zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.

Fazit

Die neue ZHAW-Studie bestätigt: Festangestellte Mitarbeitende bleiben in vielen Situationen die wirtschaftlichste Lösung. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass moderne Arbeitsmodelle ihren Preis haben und dass der Kostenvorteil oft kleiner ausfällt als erwartet.

Für Gesundheitsinstitutionen bedeutet dies: Nicht «fest oder temporär» ist die entscheidende Frage, sondern welcher Personalmix langfristig Qualität, Stabilität und Wirtschaftlichkeit gewährleistet.

Die richtige Personalstrategie für Spitäler und Pflegeeinrichtungen

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen stellt viele Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen vor grosse Herausforderungen. Neben der Rekrutierung von qualifiziertem Festpersonal gewinnt der flexible Einsatz von Temporärmitarbeitenden zunehmend an Bedeutung.

Lifejob unterstützt Spitäler, Kliniken und Pflegeeinrichtungen in der ganzen Schweiz bei der Rekrutierung von qualifizierten Pflegefachkräften für Temporär- und Festanstellungen. Gemeinsam entwickeln wir flexible Personallösungen, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterzufriedenheit miteinander verbinden.

Ob Temporäreinsatz zur Überbrückung eines Personalengpasses oder langfristige Besetzung einer Schlüsselposition: Entscheidend ist die Lösung, die zur jeweiligen Situation passt. Genau darin liegt der Mehrwert einer modernen Personalvermittlung im Gesundheitswesen.

Kontaktperson

Lifejob

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